Der DLMO und die Sommerzeit

SommerzeitWas der DLMO ist, haben wir bereits hier erklärt. Oft werden wir gefragt, wie es sich denn mit der Sommerzeit und dem DLMO verhält. Passt sich dieser an? Diese Frage ist so einfach nicht zu beantworten. Zusammen mit der Chronobiologin Dr. Giulia Zerbini der Universität Augsburg haben wir versucht, diese auf Basis der aktuellen Studienlage verständlich aufzuarbeiten und zu beantworten.

DLMO – Der Chronotyp-Marker

DLMODie wenigsten Menschen werden dem Begriff DLMO bisher begegnet sein. Neben Wissenschaftlern werden ihn vor allem diejenigen kennen, die sich in unseren Projekten haben Chronotypisieren lassen. Denn wer den Bluttest zur Chronotypisierung in Auftrag gibt, erhält als Ergebnis einen Zeitpunkt genannt, eben den DLMO. Was aber ist genau der DLMO? Wir geben eine Antwort.

Neuer Bluttest kann Chronotyp ermitteln

Ermittlung des Chronotyps über neuen Bluttest
By GrahamColm

Mit einem Bluttest den eigenen Chronotyp ermitteln, geht das?

Schon kurz vor der Jahrtausendwende hat der französische Krebsspezialist Francis Lévi festgestellt, dass sich die Krebstherapie um ein vielfaches effizienter und mit weniger Nebenwirkungen verbunden durchführen lässt. Er erreichte dies, indem er die  Therapie mit der inneren Uhr der Patienten abstimmte. In mehreren Studien an fast sechshundert Patienten zeigte sich, dass die Tagesdosis der getesteten Chemotherapeutika durch Chronotherapie um über dreißig Prozent erhöht werden kann und das bei deutlich geringeren Nebenwirkungen.

Der Chronotyp

Verteilung Chronotypen in Deutschland (Datenquelle: MCTQ – LMU München, Grafik: Michael Wieden, aliamos GmbH)

Die innere Uhr ist eine individuelle Eigenschaft. Sie ist zum Beispiel vergleichbar mit der Körpergröße oder Haarfarbe. Ebenso individuell „tickt“ jeder Mensch etwas unterschiedlich und ist jeweils individuell mit dem Außentag synchronisiert. Hieraus ergeben sich so genannte Chronotypen (gr. chronos = Zeit). Dass wir alle einen unterschiedlichen Chronotyp haben kann jeder leicht beobachten. Wir selbst werden zu immer recht ähnlichen Uhrzeiten müde und wieder wach, empfinden zu bestimmten Zeiten Hunger und sind zu anderen Tageszeiten kognitiv besonders aufnahmefähig, oder auch nicht. In dieser Hinsicht können wir uns zum Teil stark von unseren Mitmenschen unterscheiden. Besonders an den Zeiten zu denen wir schlafen und morgens wach werden lässt sich dies besonders gut beobachten und studieren.